Mittwoch, 27. Mai 2026

11) Abstecher nach Serbien

 

Sodele, da wir gerade 2 Wochen in Belgrad verbracht haben und es dort in the Innenstadt eine wunderbare Buchhandlung gibt, so wie es in Belgrad überraschender Weise von Buchhandlungen nur so wimmelte, fand ich zufällig diese kleine Anekdotensammlung vom serbischen Autor und Zeichner MOMO KAPOR (1937-2010). Ein Führer zur serbischen Mentalität. Kapor hat auch  ein Buch mit dem Titel "Der Zauber von Belgrad" verfasst; das wäre vielleicht noch besser gewesen, aber mein "Guide" handelt im Grunde fast nur von Belgrad, insofern alles paletti. 317 Seiten sind es, wobei jede 3. oder 4. Seite eine seiner Illustrationen das Blatt ausfüllt. Die kleinen Essays sind nie länger als 3 Seiten, also verdauliche Happen für den Touristen. Obwohl Kapor einmal behauptet, er sei keineswegs nostalgisch veranlagt, handelt das Buch fast nur von wehmütigen Rückblicken, wie sein schönes Belgrad einmal war und jetzt einfach nicht mehr ist. Oft vergleicht er es auch mit anderen europäischen Städten oder den Besuchen in Amerika. Gerade seine Geschichte über Kneipen -bzw Restaurantbars war lustig, denn in Serbien gibt es zwar Bars als Möbelstück sozusagen, aber da soll sich gefälligst keiner hinstellen. Dort wird nicht bedient. Ab an den Tisch mit dir, du Säufer. Wenn er allerdings erzählt, dass Serben Angst vor Eiswürfeln und Durchzug haben, naja, das müssen Seniorenängste sein, denn jetzt habe ich mit meiner Cola immer Eiswürfel bekommen, auch mehr als 1, und in meiner Straße im Viertel Vracar hatten viele ihre Fenster geöffnet (sonst erstickt man nämlich in den Räumen, die nur zu einer Seite hin Fenster haben). Alles in allem ein hilfreiches Werk für Leute wie mich, die keinen blassen Schimmer über Serbien hatten.

Sonntag, 3. Mai 2026

10) Kleider machen Leute

 

Tja, der  Kinky Friedman (Post 9) musste tatsächlich Gottfried Keller weichen. Welcher Teufel hat mich da geritten? Ich hatte die Novelle von 1874 "Kleider machen Leute" , ein sogenannter Klassiker deutschsprachiger Literatur, in der Schule nie gelesen. Da ich aber neulich eine Diskussion mit meinem 18-Jährigen Enkel über das Thema hatte - mehr Respekt durch bessere Kleidung; besser als Jogginghosen zB-  dachte ich, nun sei es an der Zeit, sich einmal diesem kleinen Werk von 62 Miniseiten (im Reklamverlag natürlich) zu widmen. Und ich war baff, wie SPANNEND sich diese Geschichte in Windeseile entwickelte, und ich sie einfach nicht beiseite legen konnte. Eine seltene Angelegenheit. Ja, wenn ein junger Schneider in der Schweiz durch einen Zufall in die Kutsche des Grafen Strapinski steigen kann (ohne den Grafen), der , wie wir erst später erfahren selbst Strapinski heißt, heiliger Bimbam, dann kann der Leser was erleben. Denn Schneiderlein trägt auch noch einen ungewöhnlich edlen Mantel und eine besondere Mütze, so dass er beim Aussteigen am nächsten Gasthof doch glatt für den Grafen persönlich gehalten wird. Na, und was dann passiert, das könnt ihr gerne selber lesen. Trotz des altmodischen Deutsch' sehr gut zu lesen. Eine wahre Freude. Dass Keller (1819 -1892) Züricher war, wusste ich nicht. Und dass diese Novelle ein Teil einer ganzen Serie von Novellen der Dörfer Seldwyla und Goldach war, wurde ebenfalls erst jetzt klar. Diese Geschichte könnte man wunderbar für die Jugend des 21.Jahrhunderts umschreiben, aber vielleicht hat das schon einmal jemand getan. Einfaches FAZIT: Empfehlenswert, weil das Thema reich und arm immer aktuell ist, und Verwechslungsdramen immer Zuschauer ehhh...Leser findet.

Die ersten Sätze : "An einem unfreundlichen Novembertage wanderte ein armes Schneiderlein auf der Landstraße nach Goldach, einer kleinen, reichen Stadt, die nur wenige Stunden von Seldwyla entfernt ist. Der Schneider trug in seiner Tasche nichts als einen Fingerhut, welchen er, in Ermangelung irgendeiner Münze, unablässig zwischen den Fingern drehte, wenn er der Kälte wegen die Hände in die Hosen steckte, und die Finger schmerzten ihn ordentlich von diesem Drehen und Reiben..."

Donnerstag, 23. April 2026

9) Privatdetektiv

Ja, stimmt, meine Lesestapel waren immer schon sehr amerikanisch geprägt, auf jeden Fall von englischer Sprache. Und von der Serie des Kinky Friedman's Privatdetektiv (er selbst) hatte ich schon mal Band 6 ("Elvis, Jesus & Coca Cola" - solch einen Titel kann man nicht ignorieren), doch blieb er ungelesen im Regal bis er zurück zu den Flohmarktartikeln flog. Vom selbigen holte ich mir Jahre später  "God bless John Wayne", Band Nr.8 von Friedmans insgesamt 18 "whodunit" Werken, in denen er selbst ein Zigarre-qualmenden Misantrop in Manhattan spielt, der sich als P.I. betätigt. Friedman (1944-2024) war allerdings Texaner, der eine eigene Country Music Band hatte. Mir gefiel gleich seine koddrige Schnauze und ironische Art zu schreiben. Mal schauen, ob auch  der Plot der 168 Seite mich bei Laune halten kann. Wieder einmal ist es ein Buch, dass nicht von Anfang an auf dem Lesestapel 2026 gelegen hat. What can I say?  Romane zu lesen fällt mir auf jeden Fall sehr schwer, da es für mich bisher beim Lesen meist um irgendeinen Lerneffekt gehen sollte. Aber reading just for fun hat schliesslich auch seine Berechtigung. Schaumamal......

 3.Mai: So sorry, aber war wieder abgelenkt von einem anderen Werk (Post Nr.10) und somit steht das Fazit noch aus....

Sonntag, 19. April 2026

8) Zwei Brüder

 

Nun ist schon der 19.April und ich hab mich immer noch nicht festgelegt, welches Buch die Nr. 8. wird. Leider greife ich ja nicht nur zu meinem Lesestapel 2026, sondern finde zwischendurch immer wieder bei öffentlichen Bücherschränken oder auf Flohmärkten Werke, die mich anlachen. So hatte ich erst ein Ernst Ruge Buch in der Hand ("Cabo de Gata", das sofort nach Autobiografie roch, aber als Roman verpackt war - I hate!) , das ich 6 Seiten später weglegte. Es folgte Saul Bellows "Victim", in den mich die Personen und Umstände des Herrn Leventhal gleich durcheinander brachten, und auf einer Zugreise hatte ich Gottfried Kellers "Kleider machen Leute" im Gepäck, was bei mir nie Schullektüre war. Da ich mit meinem Enkel neulich über Kleidung und was die bewirkt, diskutierte, nahm ich es neulich vom Buchregal in Heidelberg mit. Nicht uninteressant. Aber eigentlich will ich endlich "HOMER & LANGLEY" zu Ende lesen, verflixte Kiste. Auch dieses Buch vom amerikanischen Autor E.L.Doctorow (1931-2015) handelt von wirklichen Personen und ist als Roman verpackt, nur in dem Fall kratzt es mich nicht, weil ich die Lebensgeschichte der 2 New Yorker Brüder Collyer schon kannte und faszinierend fand. Sie lebten nämlich in ihrem riesigen Elternhaus an der 5th Ave/ W 128th in Harlem und horteten tausende Bücher und alte Zeitungen. Mit anderen Worten sie waren Messies. Einer der beiden Brüder war auch noch blind und mit dem modernen Leben kamen diese schrägen Vögel, geboren 1881 und 1885, nun überhaupt nicht klar. Wenn das keine gute Geschichte ist, weiß ich's auch nicht. Bin noch nicht weiter als Seite 34 und muss wahrscheinlich zum 3.Mal von vorne anfangen (stimmt), aber jetzt werde ich's bis zur letzten Seite 208 schaffen und mich nicht wieder ablenken lassen. Wish me luck!

23.April WORLD BOOK DAY-- So, Homer & Langley wurde ab Seite 103 zur Enttäuschung, denn dann ging es um den Korea Krieg und den hatten die 2, die im März 1947 verstarben, definitiv nicht mehr erlebt. Bis dahin hab ich noch gehofft, es wird mehr über ihr verrücktes Schicksal preis gegeben, oder warum sie bis dahin immer mehr im eigenen Unrat umkamen, das ganze Haus voller Tageszeitungen und Flohmarktartikeln, Klaviere, Radios, sogar ein Auto im Eßzimmer. Die Geschichte schrieb Doctorow aus Sicht von Homer, dem blinden und älteren Bruder der beiden. Irgendwann merkt der Leser, dass hier die großen Ereignisse des 20.Jahrhundert abgearbeitet werden, in dem sie mit den Brüdern Collyer in Verbindung gebracht werden. Also eben doch Fiktion. Naja, die letzten 75 Seiten hab ich überflogen, es kamen Hippiezeit und Vietnamkrieg nach New York, und Langley, der ehemalige 1.Weltkriegsoldat wurde immer extremer in seiner Sammelwut FAZIT: die echte Geschichte kann so bleiben wie sie ist, man mußte ihr nichts andichten; da hat Herr Doctorow schon Besseres hervorgebracht. Wieso wurde dieses Buch 2009 für den Man Booker Prize vorgeschlagen? Who knows! Jedem Tierchen, sein Plaisierchen.

Dienstag, 7. April 2026

7 Die Kunst des Reisens

 

Sodele, da ich mir nach jeder Reise Gedanken darüber mache, warum ich mir das Reisen eigentlich noch antue, war der Fund des Alain de Bottom Buchs neulich gerade zu Schicksal.  272 Seiten mit Bildern! für 2,50 Euro bei dem Second Hand Typ, der immer Unter den Linden for der Humboldt Uni hockt. Ich kannte Alain de Botton, Jahrgang '69,  den englischen Schriftsteller schon von anderen Werken (How Proust Can Change Your Life , zB) , fand ihn immer sehr amüsant, eben ironisch Britisch, das liebt man doch.  The Art of Travel erschien schon vor über 20 Jahren, doch solch ein Thema wird nie alt. De Botton kombiniert seine eigene Reiseerfahrungen mit denen aus alten Reisebüchern. Und da wir alle schon gereist sind, wohin auch immer, nur weg weg, kann wirklich jeder Leser sich mit seinen Erfahrungen identifizieren oder etwas Anderes behaupten.  Und da er tatsächlich oft meine eigenen Gedanken ausspricht, ist es für mich doppelter Spaß. Man freut sich halt, wenn andere so ticken wie man selbst. Soul Mates, and all that horseshit.... Zugegeben ich bin erst auf Seite 48, weil ich mich schon wieder von x anderen Leseaufgaben ablenken lasse. Ausserdem war dieses Buch wieder einmal kein Teil des vorgenommenen Lesestapels 2026. Ich muss mich also echt zusammenreissen, um nicht meine täglichen 15 Buchseiten aus den zu verlieren, verflixte Kiste. Fazit folgt somit noch.

Update:  10.April -   Erst 1108 BUCHSeiten in 61 Tagen gelesen (angefangen ja erst am 6.Februar)  also noch durchschnittlich 18 Seiten pro Tag. Aber an manchen Tagen gar nichts gelesen, Schuld hat natürlich Instagram und all die Hunde- und Kateznvideos, logo.
FAZIT: hier hat Alain de Botton eher eine Art Nacherzählung von alten Reisebüchern getätigt - was ich am 7.April scheinbar noch witzig fand - und diese dann mit ein paar eigenen Reiseerfahrungen garniert. Die sind aber teilweise so dämlich, dass es nichts mit Reisekunst zu tun hat. Wieso zB findet er als Schweizer/Engländer die Häuser in Amsterdam so wahnsinnig exotisch und bestaunt eine Niederländerin, wie sie ihr Rad schiebt, als habe er zuvor noch nie ein Fahrrad gesehen? Und in Madrid kommt er kaum aus dem Bett und die Provence findet er gar nicht erbaulich. Schön und gut, nur was hat das mit der "Art of Travel" zu tun?  Was gut ist, dass er vor jedem Kapitel angibt, in welche Ort er reiste und welche Bücher er zusammenfasst. Wobei die Kunst auch nicht zu kurz kommt: so beschreibt er Edward Hoppers Gemälde von Menschen in Transit, Van Goghs Zeit in Arles, und John Ruskins Idee von Schönheit, das durch das Zeichnen erlangt werden kann. Am besten ist vielleicht da 1.Kapitel, in dem es über die Abreise geht und warum man sich überhaupt auf die Socken macht. Das frage ich mich mittlerweile auch vor jeder Reise, und auf jeden Fall nach der Rückkehr.

Montag, 30. März 2026

6 Platte Formen

 

Keine Ahnung, wie lang dieses Taschenbuch schon bei mir im Regal steht.  Es war auch ursprünglich nicht auf dem Lesestapel 2026;  da sind aber nachträglich einige Werke rausgeflogen. Ich hab auch keine Ahnung wann und wo das Buch zu mir fand, auf jeden Fall ein Bücherschrank- oder Flohmarktgriff.  Will sagen: hat nichts gekostet. Michel Houllebecqs Buch PLATTFORM (da ich es in Englisch lese,  mit 1 T weniger) wurde 2001 veröffentlich und ist Houllebecqs dritter von bisher 8 Romanen. Wahrscheinlich wollte ich mal wissen, wer dieser hässliche, französische Vogel ist und wieso er eine Weile dauernd in der Presse erschien. Das waren wohl seine rassistischen Bemerkungen auch gegen Muslime und so. Na gut. Also Platform. 362 Seiten. Ich steh zwar nicht mehr so wie früher auf ICH-Romane, weil's dann immer irgendwie doch ein Autorenschinken ist, halb Memoiren halb Möchtegern. Aber in dem Fall ist mir das egal, wenn der Protagonist Houellebecq selbst ist. Es beginnt mit dessen ungeliebtem Vater, der gerade in der Normandie verstorben ist, seinem Sohn - ungewollt- viel Geld hinterlässt, und der sich dann erstmal n Tour durch Thailand gönnt, ermattet von seinem Pariser Bürokratenjob beim Kultusminister. In Thailand dann natürlich reichlich Sex, aber er ist auch an den Mitreisenden interessiert. Auf jeden Fall n ganz schöner Macho, aber einer der interessant beobachtet. Zwischen der Handlung Paragraphen mit etwas Gesellschaftskritik. Pourquoi non? Je like. ... Sexszenen zu lesen ist ja immer so'ne Sache. Bei Peter Kuper als HAMLET (Post 1) fand ich es sehr amüsant erzählt, so ohne Allüren und Romantik. Houellebecq ist da 'ne andere Nummer, selbstverliebter vielleicht. Man wird sehen. Bin erst auf Seite  60. Mich packte die erste Seite, wo er sagt, dass man nicht unbedingt erst dann erwachsen wird, wenn  die Eltern tot sind. Nein, man wird nie erwachsen meint er, also der Ich-Erzähler (also Houllebecq, da schwör ich 'n Ei drauf). Ein weiterer Grund, dass ich dieses Buch wählte: der Viking Verlag hat es angenehm zu lesen gedruckt, anständiger Zeilenabstand, kein winziger Schrifttyp. Sehr schön für boomer Augen..... FAZIT: ich konnte es nicht zu Ende lesen, bzw bin von Seite 82 zu Seite 322 gesprungen, denn plötzlich war mir der viele Sex egal, nein nervig, und die distanzierte Art zu erzählen ging mir auf den Keks. Ausserdem mag ich Thailand gar nicht. Mittendrin ging's wohl noch mal nach Kuba, und Houllebecq schweift dann immer gerne kurz ins Geschichtlich-Georgrafisch-Politische ab, ok, nur irgendwie fehlte doch der Plot. Das Ende ist lakonisch dramatisch. Wer jung ist, mag dieses Buch sicher lieber, als ne olle Boomerin. Interessant waren die amazon reviews, von 1 bis 5 Sternen war alles dabei. Jedem Tierchen sein Plaisierchen

Dienstag, 24. März 2026

5 New York City mit Dichteraugen

 

So, die Fleischhauer Kolumnen sind endlich geschafft (siehe post #2), da greif ich mir vom 2026er Lesetapel gerne etwas leichtere Kost. Nicht dass ein Leben im Exil mit wenig Geld ein Leichtes wäre, aber 92 Seiten mit vielen Grafiken (von Gertrude Degenhardt) und Gedichten, das flutscht besser als politische Kolumnen. 

Da hätten wir also zwei Aufsätze von der beliebten Dichterin MASCHA KALéKO vereint in dem dtv Büchlein "Der Gott der kleinen Webefehler". Kaleko emigrierte 1938 in die USA, lebte dort mit Mann und Sohn bis 1966 (manche google-Antworten sagen bis 1959?) Die Aufsätze "Lower Eastside" und "Greenwich Village" wurden 1963 für eine Stadtserie des NDRs (Beschreibungen einer Stadt) gedruckt. Die kleine dtv Ausgabe veröffentlicht hier auch einen Vortrag von Mascha, den sie 1956 bei ihrem 1.Besuch zurück in Deutschland vortrug.  Zum Schluß gibt es noch eine Beschreibung Horst Krügers über ein Treffen mit ihr 1974...                      Stadtbeschreibungen zu lesen sind sicherlich weniger spannend, wenn man selbst noch nie dort gewesen ist. Ich war zwar viele Male in NYC , kenn aber nur Greenwich Village. Bin mal bei Eiseskälte in Chinatown und im East Village rumgetapert, doch die Lower Eastside liegt nun mal genau dazwischen.  Es ist eh alles kein Vergleich zu 60, 70 Jahren nach Kalékos Zeit.  Ihr kleine Anekdoten beschreiben die jüdischen Immigranten. "Jews without Money".  Viele davon als Schneider tätig, wobei sich der Titel mit den Webefehlern auf minderwertige (=billige) Stoffe, Kleidung bezieht, die es in den kleinen Läden auf der Lower Eastside damals zuhauf gab.

Ach, da fällt mir gerade der bayerische Schriftsteller Oskar Maria Graf ein, ja, der wanderte 1938 auch in den Big Apple aus; auch er lebte fast 30 Jahre dort. 

Allerdings trennten die beiden 10 Meilen, denn Graf wohnte ganz oben im Norden von Manhattan. Er lief in Lederhosen rum, konnte kein Englisch, gründete einen deutschen Exil-Stammtisch.  Oskars Buch handelt zwar von seinem Leben, er verpackt es aber als Roman mit der Hauptfigur Martin Ling, der sich einfach nicht amerikanisieren mag und sich nur in deutschen Kreisen aufhält. In sofern ist "Die Flucht ins Mittelmässige" (1959- mit 590 Seiten!)  schon richtige Exilliteratur, während die Essays von Mascha nur kleine Beschreibungen ihrer Umwelt sind. Anyway, dieses Büchlein wird ruckzuck verschlungen. ... So 26.03.... Fazit: muss man auch als New York Fan nicht gelesen haben. Man erfährt dabei nichts über Mascha, es sind reine Momentaufnahmen vom Straßenbild. In der Lower Eastside geht es um das Leben der jüdischen Einwanderer, in Greenwich Village eher um Touristeninfo, wo was ist. Sie erklärt zB, wie man diesen Stadteil ausspricht:  grinnitsch willidsch. Lustigerweise erwähnt sie tatsächlich Oskar Maria Graf (auf S.59) und seinen Stammtisch, der anfangs im Village stattgefunden hat.  

Mehr zur Maschas Geschichte Greenwich Village damals

Mehr zum Exil Stammtisch von Graf: Stammtisch